Re-Partikularisierung des Bildungssystems? : historische Anmerkungen zu aktuellen Strategien der Schulreform

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Weinheim

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Aus historischer Perspektive wird untersucht, ob sich aus dem 150- jährigen Prozess der Durchsetzung universalistischer Bildungsstrukturen Prognosen über die Chancen und Begleiterscheinungen einer heute diskutierten und geforderten Re- Partikularisierung des Bildungssystems ableiten lassen. Es liegt die Einschätzung zugrunde, dass bei der empirischen Analyse der deutschen Schul- und Universitätsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts Erkenntnisse über die Entwicklungslogik institutionalisierter Bildungsstrukturen in modernen Gesellschaften gewonnen wurden, die nicht nur für die Geschichte, sondern auch für die Zukunft gelten. Die Argumentationsstrategie wird in sechs Schritten entfaltet: Der historische Stellenwert von Reformprogrammen, Programm- Symbolik und Schulentwicklung, Etappen der Universalisierung und der Re-Partikularisierung, Entkopplung von Bildungs- und Beschäftigungssystem, historische und neue Formen der Qualitätssicherung, Bildungsreformen im sozialen Raum. Als Ergebnis stellt der Verfasser fest, dass mit dem Abbau allgemein verbindlicher staatlicher Bestimmungen und der Gewährung von mehr finanziellen und pädagogischen Gestaltungsspielräumen für die einzelnen Schulen und Gemeinden folgenreiche strukturelle Entwicklungen verbunden sind: Mühsam entwickelte und durchgesetzte universalistische Strukturen werden relativiert, Teile und Aufgaben des traditionellen Systems abgekoppelt oder verlagert, Teilbereiche werden offen oder schleichend ihre bisherige Funktion verlieren, neue Verfahren der Standardisierung und Evaluation werden implementiert. Diese Entwicklungen müssen als Indikatoren eines umfassenden Struktur- und Funktionswandels im Bildungs- und Beschäftigungssystem begriffen und analysiert werden. An die Stelle der heute als ineffektiv eingeschätzten traditionellen staatlichen Formen der Systematisierung und Kontrolle im Bildungssystem treten Verfahren, die in der Privatwirtschaft entwickelt und in der Beratung von Unternehmen favorisiert werden. (BIBB2)

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