Junge Arbeitnehmer zwischen Gestaltungsanspruch und Strukturvorgaben : Berufsverläufe, Handlungskontexte und berufsbiographische Gestaltungsmodi

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Weinheim

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"Ungleichheitsforschung aus der Perspektive traditioneller Strukturindikatoren vernachlässigt die Handlungs- und Entscheidungsperspektiven der Akteure. Dies wird vor allem dann fragwürdig, wenn sozialer Wandel oder unterwartete und unwahrscheinliche Handlungsweisen einer Erklärung zugänglich gemacht werden sollen. Der Beitrag schlägt daher einen Wechsel von der Struktur- zur Akteursperspektive vor. Unter Rückgriff auf Giddens' Theorie der Strukturierung werden soziale Mechanismen und die Gestaltungsweisen junger Fachkräfte in sechs Ausbildungsberufen in den Blick genommen. Unter Bezug auf Ungleichheitsstrukturen wird gezeigt, wie sich junge Fachkräfte in den ersten Berufsjahren unter Rückgriff auf biographische Ressourcen und eigene Wünsche mit ihren beruflichen Handlungskontexten auseinandersetzen und spezifische Muster der Gestaltung ihrer Berufsbiographie stabilisieren. Die übersituativen Muster der Biographiegestaltung werden mit einer Typologie der "berufsbiographischen Gestaltungsmodi" (BGM) unterschieden. Die Modi stehen in keinem beliebigen Verhältnis zu ihren Handlungskontexten. Vielmehr müssen sie zu ihnen "passen"; dabei handelt es sich um ein lockeres, kein deterministisches Verhältnis. Obwohl die BGM relativ stabil sind, können auch zwei grundsätzliche Varianten ihres Wechsels beobachtet werden. Zum einen als Folge grundlegender Veränderungen des beruflichen Kontextes (z.B. durch Betriebswechsel) und zum anderen ausgelöst durch veränderte Bilanzierungen der Berufssituation. Es wird gezeigt, wie sich die jungen Fachkräfte mit den jeweiligen BGM in spezifischer Weise an ihre Handlungskontexte binden (Autonomiegewinn, Karrieregestaltung, Statusarrangement) und damit unterschiedlich von Arbeitsmarktentwicklungen betroffen sind." (Autorenreferat, IAB-Doku)

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