"Entzauberung der Welt" oder "Rettung der Welt" : Mädchen- und Frauenbildung im 19. Jahrhundert in Deutschland
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129105
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Abstract
"Religion und Religiösität von Frauen nahmen überall in Europa einen zentralen Stellenwert für den Auf- und Ausbau der Mädchen- und Frauenbildung im 19. Jahrhundert ein. Auch in Deutschland gehen sowohl das Mädchenschulwesen wie die Lehrerinnenausbildung als auch das Ausbildungswesen für sozialpädagogische und pflegerische Berufe zu einem nicht unerheblichen Teil auf Aktivitäten von religiös motivierten Frauen zurück. Die religiösen Motive erzieherischen Handelns eröffneten vielen Frauen im 19. Jahrhundert, die ihren Lebensentwurf nicht in Ehe und Familie sahen, eine Perspektive beruflicher Tätigkeit, die die Geschlechterordnung stützte. Glelichzeitig nutzten diese Frauen die Geschlechterordnung für die Schaffung eines weiblichen Bildungsmilieus, das in relativer Unabhängigkeit von einzelnen Männern ein aktives Berufsleben ermöglichte. Entlang konfessioneller Linien (Katholizismus, Protestantismus, Judentum und Freireligiöse) werden institutionelle und biographische Dimensionen eines bildungsgeschichtlichen Entwicklungsprozesses nachgezeichnet, der treffender mit den Begriffen 'Dechristianisierung' und 'Rechristianisierung' als mit dem modernisierungstheoretischen Begriff "Säkularisierung" erfasst wird." (Autorenreferat)