Lernzeitkonten : ein Anreizmittel zur Weiterbildung?
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Abstract
Lernzeitkonten, noch wenig praktiziert, könnten sich zu einem Königsweg der Finanzierung der zukünftigen beruflichen Weiterbildung entwickeln. Ein Lernzeitkonto ist ein Konto, dessen Guthaben und Währung Arbeitszeit und dessen Verzinsung Weiterbildungsmassnahmen sind. Es ist an einen Arbeitnehmer gebunden und wird vom anstellenden Betrieb verwaltet. Der Zweck besteht darin, individuell angehäufte Überstunden in Weiterbildungsmassnahmen umzuwidmen. Insoweit handelt es sich um eine Finanzierungsmöglichkeit für berufliche Weiterbildungsmassnahmen, gleichsam um ein probates betriebliches Mittel, Überstunden abzubauen. In Deutschland ist das Lernzeitkonto im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern wie Grossbritannien und Österreich kein staatliches, sondern ein betriebliches Anreizmittel für die Arbeitnehmer sich weiterzubilden. Die Idee entstammt der 20jährigen Erfolgsgeschichte der Arbeitszeitflexibilisierung. Der Beitrag erörtert den Entstehungshintergrund von Lernzeitkonten, deren Ausgestaltung sowie Probleme der praktischen Umsetzung bei ihrer Einführung. (BIBB2)