Professionalisierung gesundheits- und sozialpflegerischer Berufe - Europa als Impuls? : Zur Qualifikationsentwicklung in der Human- Dienstleistung ; Qualifikationsforschung im Gesundheits- und Sozialwesen
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103858
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Berlin; Bonn
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Abstract
Alle unter der Bezeichnung "Gesundheits- und Sozialpflege" subsumierten Berufe beziehen sich im Anforderungs- und Aufgabenspektrum grundsätzlich auch auf sozialpädagogische, die soziale Integration erhaltende oder fördernde Fachinhalte, wenn auch der Schwerpunkt beruflicher Bezüge traditionell auf der pflegerischen Komponente liegt. Zwei Aspekte prägen die Veränderungen in den Berufen der Gesundheits- und Sozialpflege besonders: (1) Es vollzieht sich ein Wechsel im Pflegeverständnis und in der Definition wissenschaftlicher Bezugsgrössen für Pflege als Wissenschaft, (2) Die Europäisierung von Berufsausbildung und Berufsentwicklung erfordert auch für dieses Berufsfeld länderübergreifende Anerkennung von Berufsabschlüssen und bringt berufliche Niederlassungsfreiheit mit sich. Der Sammelband beschäftigt sich mit einer Reihe damit zusammenhängender Fragen. Unter dem Aspekt des einheitlichen Binnenmarktes werden Fragen der Aus- und Weiterbildung und ihrer Qualität, der Lehrerausbildung sowie der Anforderungen an die Qualifikation gesundheits- und sozialpflegerischer Berufe diskutiert. (BIBB) "Vor allem die Faktoren - der vielfach äusserst unprofessionellen Leitung von Einrichtungen der Gesundheits- und Sozialpflege (Altenheime, Behinderteneinrichtungen, Sozialstationen) sowie - die zunehmende Kommerzialisierung von Altenpflegeeinrichtungen, für deren Folgen auf die dort untergebrachten pflegebedürftigen Menschen der überkommene Begriff der Siechenbetreuung nicht unangemessen zu sein scheint, verhindern eine Professionalisierung der sozial- und gesundheitspflegerischen Berufe in der Praxis. Während fehlende Qualifikationen für soziales Management im mittleren und oberen Leitungsbereich in der Behindertenpflege notwendige Professionalisierungsbewegungen besonders augenfällig beeinträchtigen, sind es im Alten-(pflege)-heimbereich und in jüngster Zeit auch in der ambulanten Betreuung - im Gegensatz zum klinischen Bereich und im Gegensatz zur Krankenpflege - vor allen Dingen die hierarchisch festgeschriebenen Arbeitsstrukturen, die eine berufsfeldbreite Revision beruflicher Qualifikationen an ihre Sinngrenzen stossen lassen. Dieses Problemszenario lässt es dringed angeraten erscheinen, sich eingehend mit der Qualifikationsentwicklung im gesundheits- und sozialpflegerischen Bereich, und dabei vor allem mit der Frage der Professionalisierung gesundheitspflegerischer, sozialpflegerischer, rehabilitierender und erzieherischer Berufsqualifikationen kritisch auseinanderzusetzen. Dies wird in den Autorenbeiträgen dieses Sammelbandes aus europäischer Perspektive (G. Dielmann; S. Bönisch), aus der Sicht der Pflege (M. Mischo-Kelling), für die Altenpflege (B. Meifort; U. Braun) sowie für die Heilerziehungspflege (W. Becker) versucht." (Autorenreferat, IAB-Doku)