Arbeitsbedingte rheumatische Erkrankungen in der Verwaltung
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115146
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Wirtschaftsverlag NW, Verlag für neue Wissenschaft
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Bremerhaven
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Abstract
"Ziel der Längsschnittstudie war es, das Zusammenspiel von Arbeitsbedingungen, Gesundheitsverhalten und muskulo-skelettalen Erkrankungen in einer Population von weiblichen Angestellten zu untersuchen. In den Jahren 1980 und 1985 fanden folgende Erhebungen statt: Die Arbeitsplatzbedingungen wurden beobachtet, gemessen und erfragt, der individuelle Umgang mit Belastungen in einem standardisierten Interview erhoben, die Beschäftigten sind ärztlich befragt und körperlich untersucht worden. Die gemeinsame Stichprobe aller Erhebungen bestand im Jahre 1980 aus 196 und im Jahre 1985 aus 140 Frauen. In einer eher explorativen Querschnittauswertung wurden 1980 erste Hinweise auf Zusammenhänge identifiziert. Diese sind dann in Längsschnittauswertungen durch Regressionsmodelle überpüft wurden. Häufigste Erkrankungen der Bewegungsorgane betrafen die Schultern, die Halswirbel- und die Lendenwirbelsäule. Unter den Arbeitsbedingungen war ein Merkmal von hervorragender Bedeutung: Der Handlungsspielraum 'Bewegung' schützt vor Erkrankungen und Schmerzen. Der Effekt des Bewegungsspielraums kommt in seiner Bedeutung dem Alterseffekt gleich. Weiter konnten ergonomische Defizite des Altersstuhles' als Risiko für Beschwerden und Befunde der Schultern ausgemacht werden. Ferner sind Schmerzangaben von prognostischer Bedeutung: Schmerzen im Jahr 1980 'sagen' objektive Veränderungen im Jahr 1985 'voraus'. Für Belastungsbewältigungen, d.h. für subjektive Umgangsformen mit Belastungen, konnten keine leicht verständlichen und konsistenten Beziehungen aufgezeigt werden. Lediglich 'Unterdrückung von Emotionen' im Jahr 1980 steht im Zusammenhang mit geringeren Handlungsspielräumen im Jahr 1985 und mehr rheumatischen Schmerzen. Insgesamt betrachtet zeigen die Daten, dass die Arbeitsbedingungen hinsichtlich der relevanten Faktoren im Zeitraum von 1980 bis 1985 verbessert wurden und dass gleichzeitig die Erkrankungshäufigkeiten abnahmen. Dies zeigt zum einen die Güte der Ergebnisse auf, zum anderen weist es auf die grossen und zu weiten Teilen noch ungenutzten Chancen für Präventionen hin." (Autorenrefrat)