Der Niedergang des amerikanischen Geistes : ein Plädoyer für die Erneuerung der westlichen Kultur

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Hoffmann und Campe

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Hamburg

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Abstract

Wo steht der Westen heute - geistig, moralisch, kulturell? Von dieser Frage nimmt das Buch seinen Ausgang, ein Buch, das in den USA zum Bestseller wurde und eine vehement geführte erziehungspolitische Debatte ausgelöst hat. "Der Niedergang des amerikanischen Geistes" beschreibt jedoch nicht nur die Verhältnisse in Amerika, sondern auch Entwicklungen, die in unserer Gesellschaft zu beobachten sind und zeigt Wege auf, die auch bei uns aus der moralischen und geistigen Orientierungslosigkeit führen können. Die vielfach brillant und provokativ formulierte Kulturkritik setzt mit der Beschreibung der desolaten Zustände im amerikanischen Bildungssystem ein: der Verfall der Lesekultur, vollkommene Orientierung an Karriere und unmittelbarer Bedürfnisbefriedigung, Vereinsamung und Beziehungsunfähigkeit - das sind einige der - auch aus unserer Gesellschaft bekannten - Symptome, die Bloom plastisch schildert. Wie kam es zu dieser Entwicklung? Die These des Autors lautet: durch die falsch verstandene, simplifizierende und unhistorische Übernahme geistiger und kultureller Traditionen aus Europa, vor allem aus Deutschland. Die missverstandenen Werke vor allem von Nietzsche, Freud und Weber haben, zugespitzt gesagt, Beihilfe zum geistigen und moralischen Niedergang der amerikanischen Gesellschaft geleistet. Es entstand ein "Nihilismus auf amerikanisch", den Bloom anhand des Bedeutungswandels zentraler Begriffe wie Kreativität, Identität, Engagement, Kultur oder Werte darstellt. Der letzte Teil des Buches enthält eine eigenwillige Sozialgeschichte der Universität - vom Beginn, an dem ein durch die Antike geprägtes Ideal einer Bildungsanstalt für frei denkende, tugendhafte Bürger stand, bis zu ihrem Ende in den Wirren der Studentenbewegung und im Zerfall der Einheit der Wissenschaft. Im Rahmen seiner geistes- und sozialgeschichtlichen Lagebeschreibung kämpft der Autor von einem unabhängigen, konservativen Standpunkt aus für eine Wiederbelebung klassischer Gedanken in der westlichen Kultur - Erneuerung durch Rückbesinnung. Antike Philosophie und Kunst, eine an den fundamentalen Fragen ausgerichtete Universitätsausbildung, religiöse Ideale, familiäre Bindungen, Stolz auf nationale kulturelle und politische Leistungen - nur auf diesen Wegen kann man nach Auffassung des Autors die von ihm beschriebene Krankheit heilen. (IAB2)

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