Zugang per Zufallsprinzip? Neuzugewanderte auf dem Weg in die berufliche Bildung
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184544
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Abstract
"In den letzten fünf Jahren sind über eine Million Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 25 Jahren nach Deutschland geflüchtet oder aus dem EU-Ausland zugewandert. Viele bringen bereits schulische, berufliche oder akademische Bildungsabschlüsse mit. Andere hingegen kommen ohne Abschluss oder haben mehrere Schuljahre verpasst, nicht selten aufgrund ihrer Flucht. Wie es ihnen gelingt, hier in Deutschland einen Zugang zu Bildung und insbesondere beruflicher Bildung zu finden, ist wegweisend für ihre Integration. Die vorliegende Analyse zeigt: Ob und ggf. wann die Ausbildungsinteressierten Zugang zu einer Berufsschule, einem Sprachkurs oder einem Betriebspraktikum erhalten, hängt oft davon ab, in welchem Bundesland sie leben, wie alt sie sind und welchen Aufenthaltsstatus sie haben (sog. harte Hürden). Zusätzlich beeinträchtigen ‚weiche Hürden' die Bildungsintegration: Die Ausbildungsinteressierten kennen das deutsche Ausbildungssystem zunächst nicht, ihr sprachlicher und fachlicher Aufholbedarf ist oft groß und ihr Lernpensum hoch. Häufig stehen sie außerdem unter Zeitdruck und lernen zum Teil in einem menschlich und wohnräumlich widrigen Umfeld. Die Feldforschung im sächsischen Chemnitz und der bayerischen Landeshauptstadt München zeigt zudem: Wie hoch diese Hürden ausfallen, unterscheidet sich von Ort zu Ort, denn sowohl die Länder als auch die Kommunen haben Spielräume in der Gestaltung von Bildungszugängen. Trotz umfassender Angebotsstrukturen hängt der Bildungszugang oft vom Engagement Einzelner ab, die sich in Bildungsstätten, Ausbildungsbetrieben, Unterkünften, in der Arbeitsvermittlung und andernorts für die Ausbildungsinteressierten einsetzen." (Textauszug; BIBB-Doku)