Zufall oder Lehr-/Lernergebnis? : Studie über die Qualifikation der praktischen Ausbildung
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103230
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Abstract
Befragt wurden 542 examierte Krankenpfleger (im Frühjahr 1990) von 25 unterschiedlichen Krankenhäusern aus dem westlichen Bundesgebiet über die praktische Ausbildung von Krankenpflege- Schülerinnen und -schülern. Schlussfolgerungen: "Weder die Schulen noch die Pflegedienstleitungen haben es bisher verstanden, auf den Stationen Rahmenbedingungen und Ausbildungsstrukturen zu schaffen, die eine qualifizierte praktische Ausbildung der Krankenpflegeschüler ermöglichen. Die heutige Ausbildungssituation ist ein über Jahrzehnte gewachsener Kompromiss, bei dem Schüler zugleich Lernende und Arbeitende sind. Diese Zwiespältigkeit begleitet die Schüler durch ihre gesamte Ausbildung. Auf der einen Seite (Schule) sollen sie kompetente, eigenverantwortliche und selbständige Krankenschwestern/-pfleger (agierend) werden, die den Patienten ganzheitlich pflegen, auf der anderen Seite (Pflegedienst) sollen sie angepasst, auf den Arbeitsausfall ausgerichtet (reagierend) handeln. Dieses von den Schülern erlebte "Praxis-Theorie-Gefälle" wird durch die reale Ausbildungssituation auf den Stationen noch verstärkt. Da es für die Praxis keine klaren Ausbildungsstrukturen gibt, die eine eindeutige Orientierung am Lehrplan zulassen, sind die Schüler allein dem Sozialisierungsprozess der Praxis ausgeliefert. Die dort geltenden Normen werden somit übernommen. Zudem wird verhindert, dass die Schüler eigenverantwortlich ihre Ausbildung aktiv mitgestalten können. Solange die praktische Ausbildung weitgehend nach dem Zufallsprinzip abläuft, wird es keine Professionalität in der Pflege geben." (IAB2)