Ursachen und Perspektiven für 1,5 Millionen junge Menschen ohne Schul- oder Berufsabschluss : Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Willi Brase, Dr. Ernst Dieter Rossmann, Ulla Burchardt, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der SPD (Drucksache 17/5108)

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In Deutschland leben rd. 1,5 Mio. junge Erwachsene zwischen 20 und 29 Jahren ohne Berufsabschluss. Zwar konnte in letzter Zeit eine weitere Steigerung gestoppt werden, ein Abbau durch ein bedarfsdeckendes Ausbildungsangebot ist jedoch nicht in Sicht. Unter wirtschaftlichem Aspekt liegen besonders mit Blick auf die demografische Entwicklung Ausbildungspotenziale brach, die angesichts des drohenden Fachkräftemangels dringend genutzt werden müssen. Datengrundlage für die Beantwortung der Kleinen Anfrage zu jungen Menschen ohne Schul- und Berufsabschluss sind neben dem Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes die BIBB-Übergangsstudie aus 2006 und Daten der BA. Die BIBB-Studie hat analysiert, welche Faktoren Ausbildungslosigkeit determinieren und welche Rolle insbesondere der familiäre Hintergrund der Jugendlichen sowie ihre Bildungsbiografie nach Verlassen der allgemeinbildenden Schule spielen. Im Rahmen der Studie wurde ein repräsentativer Querschnitt von jungen Erwachsenen befragt: Der Status der Eltern hat demnach einen deutlichen Einfluss auf den beruflichen Lebensweg. Bei 60% der Jugendlichen hat mindestens ein Elternteil keinen Schul- oder Berufsabschluss. 46% der Befragten haben einen Migrationshintergrund. Von Ihnen haben 29% keinen Berufsabschluss. Nach der Studie haben 37% der Befragten ohne Berufsausbildung eine begonnene Ausbildung nicht abgeschlossen. Weiter zeigt die Studie, dass junge Menschen mit schlechten schulischen Voraussetzungen häufiger an Unterstützungsmaßnahmen am Übergang von Schule in Ausbildung teilnehmen: berufsvorbereitende Maßnahmen der BA, Berufsgrundbildungsjahr, schulisches Berufsvorbereitungsjahr, BFS, Einstiegsqualifizierung (EQ). Durch diese Maßnahmen können die Chancen auf einen Ausbildungsplatz verbessert werden, volle Kompensation erreichen sie allerdings nicht. Im Rahmen des Nationalen Pakts für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs 2010 bis 2014 wird eine Kampagne "Migranten und Ausbildung" entwickelt. Dazu werden die KAUSA-Aktivitäten im Rahmen des Jobstarter Programms erweitert. Neben der Gewinnung von Unternehmern mit Migrationshintergrund sollen auch Jugendliche mit Migrationshintergrund verstärkt kontaktiert werden. (BIBB-Doku)

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