Lehrvertragsauflösungen und die Rolle der betrieblichen Auswahl von Auszubildenden
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168957
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Abstract
"In der Schweiz werden ähnlich wie in Deutschland und Österreich rund ein Viertel aller Lehrverträge vorzeitig aufgelöst. Diese Quote variiert zwischen den verschiedenen Ausbildungsberufen stark. Solche Lehrvertragsauflösungen (LVA) sind in erster Linie mit individuellen, aber auch gesellschaftlichen und betrieblichen Folgekosten verbunden. Untersuchungen zu Ausbildungsabbrüchen richten den Blick zumeist auf die Auszubildenden, nur wenig auf die Rolle der Lehrbetriebe. In vielen Betrieben wird argumentiert, dass dem Problem der LVA vor allem mit einer besseren Auswahl der Auszubildenden zu begegnen sei. Vor diesem Hintergrund wird im Beitrag dem Zusammenhang zwischen Lehrvertragsauflösungen und betrieblichen Selektionsprozessen nachgegangen. Die Untersuchung wurde in Deutschschweizer Betrieben durchgeführt, die in den Berufen Koch bzw. Maler ausbilden. Es wird gefragt, (1) welche Verfahren Deutschschweizer Ausbildungsbetriebe, die in diesen Berufen ausbilden, bei der Auswahl ihrer Auszubildenden anwenden, (2) ob sich berufsspezifische Unterschiede in der Anwendung der Selektionsmethoden identifizieren lassen und (3) ob sich die Auswahlmethoden von Ausbildungsbetrieben mit LVA und Betrieben ohne LVA unterscheiden. Deutlich wird, dass die Betriebe unter Bezug auf die Konzepte der Berufseignungsdiagnostik vorrangig simulations- und biografieorientierte Verfahren (Schnupperlehren, Schulzeugnisse, Bewerbungsgespräche) einsetzen. (BIBB-Doku)