Genese des Prüfungswesens in gewerblich-technischen Erstausbildungsberufen in Deutschland
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125771
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Abstract
Der Beitrag liefert einen historischen Abriss des Prüfungswesens in gewerblich-technischen Ausbildungsberufen. Die Entwicklung der Prüfungsverfahren und -methoden bei Ausbildungsabschlussprüfungen nach dem Berufsbildungsgesetz werden sowohl unter dem Gesichtspunkt ihrer Hintergründe als auch ihrer Probleme nachgezeichnet. Dabei wird insbesondere die Frage betrachtet, welche normativen Leitbilder zugrunde lagen. Aus einer primär sozialwissenschaftlichen Perspektive werden zunächst die gesellschaftlichen Funktionen beruflicher Ausbildungsabschlussprüfungen wie auch die konzeptuellen Hintergründe des Prüfungswesens dargestellt, um dann die Geschichte der Herausbildung des standardisierten Prüfungswesens in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg bis zur Vereinheitlichungsempfehlung des Bundesinstituts für Berufsbildung von 1980 und die wesentlichen Merkmale dieser Standardisierung zu behandeln. Der historische Rückblick setzt sich fort mit der Darstellung der nachfolgenden Tendenzen zu einer Differenzierung der Prüfungsformen am Beispiel der neuen IT-Ausbildungsberufe. Bei dieser stand - so die These der Autoren - besonders eine Abkehr vom Leitbild der reinen Prüfungsökonomie und -effizienz hin zu einer qualitativ verstandenen Arbeitsprozess- und Kompetenzorientierung im Vordergrund. Im abschließenden Teil diskutieren die Autoren diese Entwicklungen sowie die Interessenlagen der beteiligten Akteure vor dem Hintergrund der Kriterien für die Einordnung beruflicher Abschlussprüfungen in ein System gesellschaftlicher Funktionen. Sie setzen sich zudem mit der Frage auseinander, in welchem Umfang die neuen Prüfungsformen welchen normativen Zielvorstellungen gerecht werden und inwieweit mit Problemen und Zielkonflikten zu rechnen ist. (BIBB2)