Elektrotechnik und ihre Didaktik im Wandel
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Abstract
Elektrotechnik war die erste große Domäne, für die das klassische Leitbild der Aufteilung 'praktischer' und 'theoretischer' Bildung auf die Lernorte Betrieb und Schule nicht mehr funktionierte, denn technische Facharbeit ist immer an elaborierte Wissensstrukturen gebunden. Zur Frage des Wissenserwerbs sind in den vergangenen Jahrzehnten unterschiedliche Perspektiven eingenommen und in der fachdidaktischen Diskussion bearbeitet worden. Der Beitrag gibt einen Überblick über diese Entwicklung, beginnend mit der Neuordnung 1972, mit der die Hinwendung zum selbstständigen Lernen gefordert wurde. Eine Zäsur markierte das Neuordnungsverfahren 1987 für die Elektroberufe. Es wurde ein didaktisch-methodisches Konzept präferiert, nach dem sich Lernprozesse an vollständigen Handlungen und am Prinzip selbstständigen Planens, Ausführens und Kontrollierens orientieren. Durch das Prinzip handlungsorientierten Lernens wurde Erkenntnissen vor allem der Kognitionspsychologie Rechnung getragen. Kennzeichen der berufswissenschaftlich-didaktischen Diskussion der 90er Jahre war eine weitgehende Bezugnahme auf betriebliche Arbeitsprozesse mit einer arbeitsprozessbezogenen Strukturierung der Lehrinhalte. Die Überwindung klassischer Aufgabenzuweisung an betriebliche und schulische Lernorte erforderte nun eine neue Diskussion um die Funktion der Lernorte. Auftragsorientierte Lern- und Arbeitsaufgaben wurden als lernortverbindende Elemente konzipiert. Heute entwickelt sich die Elektrotechnik zu einer Querschnittstechnologie. Die Berufsfeldzuschnitte werden neu diskutiert. Auch heute noch steht die Identifikation der für die Einführung betrieblicher Arbeitsprozesse geeigneten Methodenkonzeptionen noch weitgehend aus. (BIBB-Doku)