Die Angebotsabhängigkeit der Nachfrage nach Ausbildungsstellen als Problem bei der Vorausschätzung der zukünftigen Nachfrage

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Abstract

"In Deutschland findet das Ziel, den Jugendlichen genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen, breite Zustimmung. Seine Realisierung ist gegenwärtig jedoch gefährdet. Die Zahl der ausbildenden Betriebe und der Lehrstellen ist in den letzten Jahren in Westdeutschland deutlich gesunken. Dagegen steigt seit Mitte der neunziger Jahre wieder die Zahl der Schulabgänger. Um für ein ausreichendes Angebot an Ausbildungsplätzen Sorge zu tragen, benötigt die Bildungspolitik Vorausschätzungen zur zukünftigen Nachfrage nach Ausbildungsstellen. Solche Prognosen haben jedoch mit einem Dilemma zu kämpfen. Denn die Nachfrage entwickelt sich, wie der folgende Beitrag zeigt, nicht unabhängig vom Angebot. Um die zukünftige Nachfrage nach Lehrstellen genau prognostizieren zu können, müsste man deshalb eigentlich wissen, wie sich das Angebot an Ausbildungsplätzen entwickeln wird. Nachfragevorausschätzungen basieren meist auf Abgrenzungen der Nachfrage über die Summe der neu abgeschlossenen Lehrverträge (realisierte Nachfrage) und der zum Stichtag unversorgten, beim Arbeitsamt gemeldeten Bewerber um Lerhstellen. Die latente Nachfrage wird dabei nicht berücksichtigt. Diese latente Nachfrage wächst aber bei Verknappung des Lehrstellenangebots stärker als die Zahl der unversorgten Bewerber und begünstigt den Ausgleich der statistischen Stichtagsbilanz. In der Konsequenz heisst dies, dass in Zeiten einer Ausbildungsplatzknappheit gemessene Nachfragequoten als Grundlage der Nachfragevorausschätzung die tatsächliche Nachfrage unterschätzen, wenn im Vorausschätzungszeitraum ein reichlicheres Angebot an Lehrstellen zur Verfügung gestellt wird. Weiter bedeutet dies, dass bei Ausbildungsstellenknappheit eine rückläufige Nachfragequote schon allein aufgrund der Entwicklung des Lehrstellenangebots zu erwarten ist. Rückläufige Nachfragequoten dürfen daher nicht ohne weiteres als nachlassendes Interesse der Jugendlichen interpretiert werden. Unter den gegenwärtigen Umständen sind sie im Gegenteil eher ein Hinweis auf ein verringertes Interesse der Betriebe an einer Ausbildung im dualen System." (Autorenreferat, IAB-Doku)

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