Legende statt Empirie: selektive Wahrnehmungen bestimmen die "amtliche Berichterstattung über die Ausbildungssituation ausländischer Mädchen"
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103889
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Abstract
Folgt man der offiziellen Berufsbildungsberichterstattung in diesem Lande, so ist die Ausbildungsmisere ausländischer Jugendlicher in erster Linie ein Problem der Migranten selber: Am Rande werden zwar auch die Betriebe erwähnt, die "das Begabungspotential" von jungen Ausländern "noch besser" erkennen müssen, vor allem ist aber die Rede von den Betroffenen, die sich noch immer zu wenig an einer Ausbildung "beteiligen", von den Eltern, die "informiert" und den Jugendlichen, die "motiviert" (jeweils Berufsbildungsbericht 1992) werden müssen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Annahme, dass die Berufsausbildung ausländischer Mädchen in erster Linie durch "traditionelle Rollenvorstellungen" verhindert wird. In disem Beitrag wird untersucht, inwieweit sich wenigstens in der offiziellen Berichterstattung zur Ausländerausbildung eine empirische Fundierung dieser Thesen auffinden lässt. Dies erfolgt exemplarisch anhand der Berichterstattung der Bundesanstalt für Arbeit über die Berufsberatung sowie am Berufsbildungsbericht der Bundesregierung. (IAB2)