"Lange Wellen" im deutschen Bildungswachstum? : Möglichkeiten und Grenzen moderner Zeitreihenanalyse
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Abstract
Im Mittelpunkt des Beitrages steht die Frage, ob sich in den vergangenen 200 Jahren im Bildungswachstum in Deutschland langfristige Wachstumszyklen, ähnlich den Langen Wellen der Konjunktur, nachweisen lassen. Zunächst wird gezeigt, dass die durch Hartmut TITZE und seine Mitarbeiter vorgebrachte empirische Evidenz zur Unterstützung der Theorie zyklischen Bildungswachstums widersprüchlich ist. Es wird argumentiert, dass für die Bestimmung zyklischen Bildungswachstums die Bestimmung der Wachstumskomponente erforderlich ist, für die sich traditionelle Methoden der Zeitreihenanalyse nicht eignen; für die Analyse wurde daher ein stochastisches Komponentenmodell entwickelt. Die Drifts der Schüler- und Studierendenquote zeigen langfristige Phasen der Wachstumsbeschleunigung und Wachstumsverlangsamung, die die Vorstellungen langwelliger Wachstumsphasen und damit die Theorie TITZES bestätigen. Sowohl die Regelmäßigkeit als auch das hohe Ausmaß an Parallelität der Phasen zwischen den Indikatoren deuten auf einen gemeinsamen stochastischen Trend des Bildungswachstums in Deutschland in den vergangenen 200 Jahren hin. Weitere Beiträge zum Thema "Bildungswachstum" in dieser Ausgabe: Corinna Maria DARTENNE: Lange Wellen des Bildungswachstums? Möglichkeiten und Grenzen moderner Zeitreihenanalyse; Volker MÜLLER-BENEDICT: Wachstum und Austausch akademischer Karrieren (1850-1940). (BIBB2)