Differenzierung von Schule und Unterricht in Ost und West - Anmerkungen aus vergleichender Sicht -
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Abstract
Unterrichts- und Schuldifferenzierung ist im heutigen Russland zu einem Zentralbegriff schulpolitischer und pädagogischer Diskussion geworden. Die entstandenen Schulformen orientieren sich immer mehr an westlichen Mustern, vor allem des deutschsprachigen Raumes. Es zeichnet sich eine unverkennbare Renaissance der elitär ausgerichteten Leistungsschule ab, die sich in der Bildungslandschaft über das konforme Einheitsschulmodell hinwegsetzt. Favorisiert werden solche schulischen Veränderungen und Vorgänge, die auf verstärkte selektive Massnahmen und dualistisch ausgeprägte Formen der Unterrichtsdifferenzierung abzielen. Der Versuch einer Gegenüberstellung macht deutlich, dass trotz teilweise gleicher in Ost und West deklarierter Wertvorstellungen für gesellschaftliche und schulische Entwicklung wesentliche Unterschiede bestehen bleiben. Die Rezeption westlicher pädagogischer Ideen und Schulmodelle erfolgt in Russland undifferenziert, unkritisch, einseitig und weitestgehend in Absage an eigene Traditionen und erschwert somit eigene Reformversuche und stellt den auch im Osten formulierten Anspruch humaner Bildungspolitik in Frage. (BIBB)