Berufs-Bildungs-Perspektiven 2008 : Solidarität und gemeinsame Verantwortung. Bildungspolitik zwischen falschem Zentralismus und falschem Föderalismus
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Berlin/ Frankfurt/Main
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Abstract
Der wissenschaftliche Beraterkreis der Gewerkschaften verdi und IG Metall hat zu zwei aktuellen Fragen der beruflichen Bildung Stellung genommen: dem Europäischen und dem Deutschen Qualifikationsrahmen und der Föderalismusreform II. Analysiert wurde die Leistungsfähigkeit der Steuerungsformen Markt und Solidarität. Die Forscher fürchten, dass der Bund in den Verhandlungen über die Föderalismusreform II seine Verantwortung und Zuständigkeit auf die Länder verlagert. Zum anderen zeigt sich die Tendenz, dass den supranationalen Organen der EU mehr koordinierende Zuständigkeiten für die berufliche Bildung zugestanden werden. Die Gefahr besteht, dass ein verbindlicher europäischer Qualifikationsrahmen das deutsche Berufsbildungssystem erheblich unter Druck setzt oder gar ganz verdrängt. Um diese Widersprüche auszuschließen, plädieren die Wissenschaftler für eine solidarische Steuerung und gemeinsame Verantwortung von Bund und Ländern. Sie schlagen u.a. Bildungsfonds vor, die sich aus den Umlagen der Unternehmen speisen. Bei den EU-Initiativen erinnern die Gewerkschaften daran, dass die Mitgliedsstaaten völlig frei in der Anwendung seien. Deutschland dürfe seine duale Ausbildung nicht einfach aufgeben, sondern müsse sie weiterentwickeln. (BIBB-Doku)