Zum Verhältnis von erziehungswissenschaftlicher Forschung, Begriff und gesellschaftlichen Voraussetzungen

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Verlag der Gesellschaft zur Förderung arbeitsorientierter Forschung und Bildung

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Frankfurt a.M.

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Abstract

"Der Diskurs über Benachteiligte offenbart einen Widerspruch zwischen formalen Normen und ihrer materialen Realisierung. Einerseits ist - dem ethisch-demokratischen Postulat von Zivilgesellschaft folgend - über die Codierungen des Sozialgesetzbuches gesellschaftliche Teilnahme intendiert; es besteht also ein gesellschaftliches Versprechen auf gelingende Subjektkonstitution über den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Andererseits gelingt der nationalen Bildungsberichterstattung zufolge jährlich einem erheblichen Teil der Kohorte an Schulabgängerinnen und Schulabgängern die Aufnahme eines Aus- bzw. Arbeitsverhältnisses nicht, und es fehlt gleichzeitig an gesellschaftlich adäquaten Institutionen, um das Versprechen auf Teilnahme faktisch werden zu lassen. Umso befremdlicher wirken verstärkt auftretende Klagen über (zukünftig) fehlende Facharbeiterbedarfe. Der vorliegende Band 1 der dreiteiligen Reihe zu benachteiligten Jugendlichen setzt sich mit der gesellschaftlichen Deprivationsproblematik auseinander. Die Kategorie Deprivation bringt auf den Punkt, was der gewählte Begriff von Benachteiligung offensichtlich nicht aufzulösen vermag, entzieht er sich doch der konstruktiven Bewältigung. Dies deshalb, weil er einer Sozialmoral verhaftet ist, die sich aus ihren eigenen Bezügen selbst nicht zu lösen vermag. Das Schicksal der Exklusion entscheidet sich vor Vollendung der Tatsachen. So drohen die nachgelagerten Interventionen zum sozialen Rettungsdienst zu werden, zwar nicht nutzlos, jedoch perpetuieren sie in ihrer Wirkungsweise das bekannte Exklusionsproblem selbstreferentiell als Fördermaßnahme zur Vorbereitung auf bessere Zeiten. Die Klärung der Deprivationsproblematik beginnt deshalb mit einer Bestandsaufnahme und Systematik älterer und neuerer sozial- bzw. erziehungswissenschaftlicher Reflexionen, versucht sodann die begriffliche Klärung voranzubringen, um anschließend die Beziehung zwischen Benachteiligung und ihren gesellschaftlichen Voraussetzungen zu erhellen, woraus das Verständnis von Benachteiligung als gesellschaftlicher Deprivation gewonnen wird." (Verlag, BIBB-Doku)

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