Ungefächertes Leben - gefächerter Unterricht : zur Kritik der Ganzheitsprogrammatik
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Abstract
Die Entwicklung des staatlichen berufsbildenden Schulwesens steht im Zusammenhang mit der industriellen Entwicklung. Weil die Jugend sich nicht nebenbei in eine differenzierter gewordene Gesellschaft integrieren lässt, wird das Bildungssystem an den veränderten Integrationsbedarf angepasst, wobei zwischen Berufsleben, politischem Leben und Privatleben unterschieden wird und jedem dieser Lebensbereiche spezielle Unterrichtsfächer zugeordnet werden. Inzwischen ist die Unterscheidung von beruflicher und allgemeiner Bildung historisch überholt, und im Vordergrund steht die Verknüpfung von wissenschaftsbezogener Grundbildung, beruflicher Fachbildung und allgemeiner Bildung. Damit verbietet sich aber die Stundentafel mit dem alten Fächerkanon aus Fachkunde, Fachrechnen, Fachzeichnen und Politik. Die Frage lautet heute, wie sich die Berufsschule im Unterricht auf die Berufsarbeit beziehen kann, ohne die betriebliche Ausbildung zu wiederholen, denn dem Bezug auf die "Ganzheit" beruflicher Tätigkeit stehen die Unterrichtsfächer bzw. die Kurssysteme ohne Wahlmöglichkeiten gegenüber. Der Verfasser beschreibt die beiden unterschiedlichen Lösungsansätze, die gegenwärtig diskutiert werden: zum einen "Lernen und Arbeiten" mit einer naturwissenschaftlichen Herangehensweise an Berufsarbeit und zum anderen "Arbeiten und Lernen" mit dem Ansatz der Handlungsorientierung. (BIBB2)