Rationalisierung, Arbeitspolitik und gewerkschaftliche Tarifpolitik : das Beispiel des Lohn- und Gehaltsrahmentarifvertrags I für die Metallindustrie in Nordwürttemberg/Nordbaden
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Abstract
"Der gewerkschaftliche Anspruch auf soziale Gestaltung von Arbeit und Technik bedarf auch der Umsetzung in tarifpolitische Konzepte. Der im April in Kraft getretene Lohn- und Gehaltsrahmentarifvertrag I (LGRTV I) für die Metallindustrie in Nordwürttemberg/Nordbaden greift zwei arbeitspolitisch bedeutsame Probleme auf: (1) Die Bestimmungen zur Qualifizierung machen eine regelmässige Ermittlung des Qualifikationsbedarfs zur Pflicht, regeln die Übernahme von Kosten und die Anrechnung der Qualifizierungsmassnahmen als Arbeitszeit durch den Arbeitgeber und garantieren den Beschäftigten eine zeitlich begrenzte Zulage, wenn ihre erworbene Qualifikation nicht genutzt wird. (2) Die Überarbeitung der analytischen Arbeitsbewertung, insbesondere durch die Neudefinition einiger Bewertungsmerkmale und durch neue Tätigkeitsbeispiele, erlaubt eine stärkere Berücksichtigung bislang vernachlässigter Anforderungs- und Belastungsmerkmale. Eine zusätzliche Vereinbarung zum Gesundheitsschutz durch Belastungsminderung gibt Betriebsrat und Beschäftigten bessere Möglichkeiten, Schutzmassnahmen vorzuschlagen und auf deren Durchsetzung zu drängen. Wenn es gelingt, die drei Bereiche in der alltäglichen Arbeit der Interessenvertretung systematisch miteinander zu verknüpfen, kann der LGRTV I einen wirksamen Beitrag zur Realisierung einer gewerkschaftlichen Arbeitspolitik leisten." (Autorenreferat)