Die Illusion der Chancengleichheit im Bildungssystem - von PISA gestört
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Abstract
"Der Beitrag ordnet die PISA-Ergebnisse zu den schichtspezifischen Ungleichheiten der Bildungschancen im Bildungssystem in den Gesamtzusammenhang der bildungspolitischen und bildungswissenschaftlichen Diskussion in Deutschland ein. Es werden sechs Thesen entwickelt: (1) In Deutschland hatte sich seit den 1970er Jahren die Illusion der gleichen Bildungschancen ausgebreitet. (2) Der Paradigmenwechsel in der deutschen Sozialstrukturanalyse - die neue Theorie der Klassenlosigkeit - sowie die davon beeinflußte Bildungsforschung haben diese Entwicklung mit verursacht. (3) Die PISA- Studie hat die Chancengleichheitsillusion gestört, indem sie eindrucksvoll und öffentlichkeitswirksam zwei Sachverhalte (erneut) belegt: a) Das deutsche Bildungssystem ist - bei Kontrolle der Schulleistungen - nach wie vor in hohem Maße sozial selektiv; b) ein Mehr an Chancengleichheit ist mit dem Leistungsprinzip vereinbar. (4) Die niedrige soziale Selektivität in Ostdeutschland ist kein "DDR-Erbe" - so PISA, sondern ein Vereinigungsprodukt." (Autorenreferat)