Das Mäntelchen im Wind? : zur Domänespezifität moralischen Urteilens
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123378
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Mainz
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Abstract
Im Rahmen der Längsschnittstudie zur Entwicklung der moralischen Urteilskompetenz von kaufmännischen Auszubildenden sind die Autoren auf Befunde gestoßen, welche die Geltung der KOHLBERGschen Homogenitätsthese in Frage stellen. Ein und dieselbe Person argumentiert zu ein und derselben Zeit in unterschiedlichen situativen Kontexten auf zwei oder sogar drei, nicht immer benachbarten Moralstufen. Der Befund war Anlaß zu analysieren, wo und unter welchen Bedingungen solche Urteilsdivergenzen auftreten. Zunächst wird ein komprimierter Überblick zur Datengewinnung und Datenlage gegeben; in einem zweiten Schritt wird auf der Basis von Einzelfallanalysen die Situationsbezogenheit der Urteilsbildung nachgezeichnet und damit die empirische Grundlage für die der KOHLBERG-Annahme entgegengesetzte Heterogenitätsthese bereitgestellt. Auf dieser Basis werden abschließend mögliche theoretische Konsequenzen in Richtung auf eine qualitative Rekonzeptualisierung der KOHLBERG-Theorie gegeben. (BIBB2)