Die Bedeutung sozialer Medien für die Praxis der Berufsbildungsforschung
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782331
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Abstract
„Der Themenkomplex Social Media ist in der Berufsbildungsforschung bisher aus der Perspektive von Ausbildungspersonal (vgl. Hähn & Ratermann-Busse 2020; Härtel et al. 2018), Berufsschüler*innen (vgl. Jahncke et al. 2020), Politikschaffenden oder Eltern von Berufsschüler:innen (vgl. Aufenanger 2018) betrachtet worden. Die Perspektive der Berufsbildungsforschenden, ihre Einstellungen zu sozialen Medien sowie ihre wissenschaftskommunikativen Praktiken waren bislang jedoch nicht Gegenstand der Forschung. In Anbetracht der fortschreitenden Digitalisierung von Wissenschaftskommunikation (vgl. Bonfadelli et al. 2017; Taubert & Weingart 2016) und einer zunehmenden „Öffentlichkeitsorientierung der Wissenschaft“ (vgl. Fähnrich & Schäfer 2020, S. 517) ist ein Blick auf die Nutzung sozialer Medien in der Berufsbildungsforschung geboten. Spielen doch der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse dieses Gegenstandsbereiches in die Praxis (vgl. Euler 2008, S. 65) und der Transfer zwischen Wissenschaft und Politik (vgl. Weingart 2001) eine zentrale Rolle bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen (vgl. Bonfadelli et al. 2017, S. 3ff.). Außerdem ist anzunehmen, dass Berufsbildungsforschende durch die zunehmende Nutzung von Social-Media-Plattformen in der Wissenschaftskommunikation (vgl. Sugimoto et al. 2017; Donelan 2016) und dem potenziellen Nutzen der Plattformen für einzelne Wissenschaftler:innen (vgl. Carrigan 2020) soziale Medien für die Vermarktung ihrer Forschungsergebnissen nutzen oder nutzen möchten. Im Rahmen eines Promotionsprojektes zum Thema „Soziale Medien in der Berufsbildungsforschung“ wird über einen explorativen und medienethnografischen Zugang untersucht, inwieweit soziale Medien Bestandteil des wissenschaftlichen Alltags von Berufsbildungsforschenden sind. Das Projekt widmet sich der Forschungsfrage: Wie nutzen Berufsbildungsforschende soziale Medien und welche Faktoren beeinflussen ihre wissenschaftskommunikativen Praktiken? Die Fragestellung wird über einen qualitativen Forschungsansatz mit ethnografischen Methodenelementen erschlossen, der sich in drei Phasen unterteilt. Auf Fragerunden im Rahmen von Gruppendiskussionen mit Berufsbildungsforschenden folgt eine Online-Ethnografie (vgl. Hine 2020; Marotzki 2020; Pink 2017; Breidenstein 2013) auf den Plattformen Twitter und ResearchGate, die anschließend durch halbstrukturierte Interviews mit Berufsbildungsforschenden ergänzt wird. In dem vorliegenden Beitrag werden erste Erkenntnisse aus der mehrmonatigen Feldforschungsphase im Rahmen der Online-Ethnografie vorgestellt und mit Blick auf die Bedeutung sozialer Medien für die Praxis der Berufsbildungsforschung diskutiert.“ (Autorenreferat; BIBB-Doku)