Mädchen in der beruflichen Bildung : Probleme und Perspektiven eines wenig beachteten Gegenstandsbereichs der historischen Berufsbildungsforschung
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92817
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Abstract
Die Situation von Mädchen im beruflichen Bildungswesen während des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts wird nicht zuletzt in gegenwartsbezogenen Publikationen, die sich u.a. mit dem "Erbe der Historie" befassen, als defizitär beschrieben und als ein Grund für die aktuellen Probleme der weiblichen Jugend im Berufsbildungssystem sowie für die Charakteristika des sogenannten weiblichen Lebenslaufs angeführt. Dies nimmt der Beitrag zum Anlass für eine kritische Überprüfung der These, wonach im Entstehungsprozess des Berufsbildungssystems für Mädchen ein vorrangig schulisch organisiertes Teilsystem entstanden ist, das bis heute fortwirkt. Zu diesem Zweck wird an einem lokalen Fallbeispiel die Institutionalisierung schulischer Berufsbildung für Mädchen im gewerblichen, kaufmännischen und sozialen Bereich skizziert. Auf der Grundlage der gewonnenen Ergebnisse lässt sich die obige These nicht bestätigen. Es wurden weder die vollzeitschulischen Bildungsgänge nur für Mädchen geschaffen noch standen sie in einem direkten Konkurrenzverhältnis zur betrieblichen Ausbildung. Sie wiesen auch kein durchgängig hohes Eingangsalter auf oder waren in nennenswertem Masse mit spezifisch "weiblichen Lehrinhalten" versehen. (BIBB2)