Die deutsche Handwerksordnung als Relikt der Gewerbebindung
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115208
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Abstract
"Der Aufsatz beschreibt die Probleme und Schwierigkeiten, die mit der Wiedereinführung der Zunftordnung (guild charter) für Fachberufe in Deutschland (1935/1953) verbunden waren. Der Autor zieht den Schluss, dass die deutsche Handwerksordnung den Wettbewerb zugunsten einer Berufsgruppe verzerrt und zu einer suboptimalen Ressourcenallokation führt. Sie verteuert die handwerkliche Produktion, verhindert Innovation, beschränkt den Marktzugang, verkleinert die Mittelschicht und führt zur Abtretung von Souveränitätsaufgaben an den privaten Sektor. Oberflächlich betrachtet mag sie den Schutzinteressen der Handwerksbranche dienlich sein, langfristig hat eine derartige Abschirmung aber nachteilige Auswirkungen auf die Berufsgruppe: das Branchenwachstum wird behindert und deren Anpassungsbereitschaft und -fähigkeit geschwächt. Die vom Autor vorgebrachten Reformvorschläge zielen auf die Abschaffung oder wenigstens die Begrenzung des obligatorischen grossen Befähigungsnachweises ab. Freiwillige Fertigkeitsnachweise bleiben jedoch wünschenswert. Weiterhin zeigt der Autor, dass die Gegenargumente der von den Reformen betroffenen Gruppen nicht stichhaltig sind." (Autorenreferat)