Lebenslanges Lernen in der Retrospektive
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Abstract
Die drei Hauptmodelle des lebenslangen Lernens wurden vom Europarat, von der UNESCO und der OECD entwickelt. Der Beitrag zeichnet die Entstehungsgeschichte des Konzepts nach und untersucht seine Umsetzung in der internationalen und nationalen Bildungspolitik der Gegenwart. Der Verfasser kommt zu dem Schluss, dass die Idee der "ständigen" Weiterbildung kaum durchgesetzt wurde, dass die liberalen, emanzipatorischen und politisch progressiven Ideale der lebenslangen Bildung "realistischeren" Zielen gewichen sind. Das politische und wirtschaftliche Klima der 90er Jahre begünstigt vielmehr rein arbeitsplatz- und beschäftigungsbezogene Programme der "lebenslangen Berufsbildung", die nach Möglichkeit privat und ohne Beanspruchung öffentlicher Gelder zu organisieren und zu finanzieren sind. Die grosszügige und umfassende Idee des lebenslangen Lernens hat in der leistungsorientierten, rationellen Marktwirtschaft der heutigen Zeit keinen Platz mehr. (BIBB2)