Die Zwei-Klassen-Gesellschaft : DGB-Analyse zur sozialen Spaltung in der Weiterbildung
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Berlin
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Abstract
"Die steigenden Anforderungen am Arbeitsplatz, die zunehmend geringere Halbwertszeit von Wissen, der drohende Fachkräfteengpass in einigen Branchen und Regionen - all diese Entwicklungen machen eine kontinuierliche Qualifizierung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer notwendig. Dieser Konsens ist eingeflossen in zahlreichen politischen Bekundungen und Zielvereinbarungen: Bereits im Jahr 2003 hat der Rat der Europäischen Union (EU) vereinbart, dass bis zum Jahr 2010 jährlich 12,5 Prozent der Menschen im Alter von 25 bis 64 Jahren an Aus- oder Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen sollen. Beim Dresdner Bildungsgipfel (2008) haben sich Bund und Länder darauf geeinigt, dass die Weiterbildungsbeteiligung im Jahr 2015 bei 50 Prozent liegen soll. Im Kern formulieren diese Vereinbarungen nur quantitative Ziele. Anspruchsvolle Vorgaben zum Abbau sozialer Disparitäten beim Zugang zur Weiterbildung und zur Qualität der Angebote fehlen hingegen völlig." Eine aktuelle Analyse des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) belegt eine soziale Spaltung in der Weiterbildung. Wer Teilzeit arbeitet, wenig verdient und über keinen guten Schulabschluss verfügt, hat auch später deutlich geringere Chancen auf Weiterbildung. Auch zwischen Frauen und Männern sowie Menschen mit und ohne Migrationshintergrund gibt es deutliche Unterschiede. Für seine Untersuchung hat der DGB Zahlen der statistischen Ämter, der Bundesregierung und des Bundesinstituts für Berufsbildung ausgewertet. Im Fokus der Analyse standen die Weiterbildungsbeteiligung, soziale Disparitäten beim Zugang zu Weiterbildung, die Entwicklung der betrieblichen Weiterbildung und der Nutzen der Weiterbildungsmaßnahmen. Der DGB beklagt in seiner Studie, dass mangelnde Transparenz, fehlende Beratung und eine unklare Finanzierung besonders benachteiligten Menschen die Weiterbildung erschweren. Von der neuen Bundesregierung verlangt er daher eine Weiterbildungsallianz, um die Chancen der Weiterbildung für Beschäftigte und Betriebe zu erhöhen. (BIBB-Doku)