Der Diderot-Effekt (in) der Berufsbildung
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"Berufliche Bildung war lange Zeit Synonym für eingeschränkte Vermittlung von Fähigkeiten und Fertigkeiten für Arme und Werktätige. Nicht zuletzt DENIS DIDEROTs Wertschätzung handwerklicher Tätigkeiten im Rahmen der "Encyclopedie ou Dictionnaire Raisonné, des sciences, des arts et des métiers" trug dazu bei, technisches und berufliches Wissen und Können in ihrer Bedeutung aufzuwerten und damit gesellschaftlich zu legitimieren. Der aus der Ökonomie bekannte "Diderot-Effekt verweist darauf, dass eine solche Neubewertung weit reichende Folgen zeitigt. Dies gilt gerade auch für die Berufsbildung: Deren historischer Ausbau zu einem Berufsbildungssystem und Integration in das Bildungswesen führte zwar zu einer Verteuerung des gesamten Bildungswesens - ein finanzielles und gesellschaftliches Engagement, das sich jedoch in mehrfacher Hinsicht auszahlt." Der Autor prüft, inwiefern Berufsbildung auf eine DIDEROTsches Anregungspotenzial zurückgreifen kann. Der sogenannte Diderot-Effekt wird auf drei Aspekte übertragen: als Dynamik einmal getroffener Entscheidungen und Folgekosten in bildungspolitischer Hinsicht, als Passungsproblem unterschiedlicher Wissensformen (Passung von Kunst und Wissenschaft, Beruf und Bildung), als Perspektive der Selbstkultivierung im Sinne eines Bildungsprozesses, als ästhetische Einheit (Berufsbildung ohne Berufsbilder). (BIBB2)
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