Emanzipatorische und funktionalistische Berufsbildungstheorie bei Herwig Blankertz und Jürgen Zabeck. Paradigmatischer Rückblick und weiterführende Theorieansätze im Spannungsfeld von Mündigkeit und Funktionalität
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Abstract
"Die vom Geschlecht unabhängige Auseinandersetzung mit der Emanzipation und Funktionalisierung des "Subjekts" in der berufs- und wirtschaftspädagogischen Diskussion legt der Autor in seinem Beitrag dar. Er macht die Polarisierung innerhalb der Disziplin zu den Paradigmen an den genannten Persönlichkeiten der Berufsbildungswissenschaft fest. Sowohl Herwig Blankertz als auch Jürgen Zabeck kehren ab von der jahrzehntelangen Dominanz der "klassischen", kulturphilosophisch fundierten Theorie der beruflichen Bildung, namentlich ihrer Grundlegung bei Eduard Spranger, indem sie dezidiert dem kulturphilosophisch überhöhten, mit der industriellen Arbeitswelt nicht kompatiblen Berufskonzept widersprechen. Mit ihrer als kritisch-emanzipatorische (Blankertz) und systemtheoretisch-funktionalistische (Zabeck) gekennzeichneten Berufsbildungstheorie beeinflussten sie maßgeblich die Diskussion um die wissenschaftstheoretische Neuorientierung der Berufs- und Wirtschaftspädagogik. Dabei spielen die bildungsreformpolitischen und gesellschaftstheoretischen Auseinandersetzungen der späten 1960er Jahre und der daran anschließenden Entwicklungen eine wesentliche Rolle. Kutscha greift auf den so genannten "Positivismusstreit" zur Kontextualisierung zurück und fokussiert in den anschließenden Ausführungen die paradigmatisch relevanten Kernpunkte der Ansätze von Blankertz und Zabeck. Abschließend diskutiert er den Widerspruch zwischen emanzipatorischer und funktionalistischer Sicht aus heutiger Perspektive angesichts der veränderten gesellschaftlichen und ökonomischen Herausforderungen im Rückgriff auf aktuelle Publikationen aus der Berufsbildungswissenschaft und verdeutlicht, dass der Widerspruch von Mündigkeit und Funktion unauflöslich im Berufskonzept selbst angelegt ist." (Hrsg.; BIBB-Doku)