2.2.327 – Entwicklungsprojekt Voruntersuchung der Berufsausbildung der Justizfachangestellten : Abschlussbericht zum Forschungsprojekt: Laufzeit I/20 bis I/22
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780310
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Bundesinstitut für Berufsbildung
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Bonn
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Abstract
"Im Öffentlichen Dienst (ÖD) verändert die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitsprozesse die Qualifikationsanforderungen der Beschäftigten; die Rahmenbedingungen wandeln sich durch Demografie sowie durch gesellschaftliche Entwicklungen. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hatte sich daher mit zukunftsweisenden Veränderungen der Berufsbildung im ÖD in einem Entwicklungsprojekt näher auseinandergesetzt und abschließend die „Bonner Empfehlungen zur Beruflichen Bildung im Öffentlichen Dienst“ herausgegeben. Damit sind Perspektiven zur Weiterentwicklung eröffnet, die zu Neuordnungsinitiativen von Deutschen Gewerkschaftsbund und der Fachgewerkschaft ver.di im Ausbildungsberuf der Justiz geführt haben. Die verantwortlichen Ressorts, das Bundesministerium der Justiz (BMJ) sowie das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), haben in der Folge das BIBB mit Voruntersuchungen zur Berufsausbildung der Justizfachangestellten beauftragt.
Die qualitative Untersuchung des BIBB-Entwicklungsprojektes zeigt einen tiefgreifenden Wandel der Arbeitsabläufe, jedoch keine Änderungen der zu Grunde liegenden Arbeits- und Geschäftsprozesse. So werden heute durch die Justizfachangestellte (JFA; Beruf des öD) ihre Fachaufgaben in den unterschiedlichen Geschäftsbereichen der Gerichte jeweils in spezifischen elektronischen Fachanwendungen bearbeitet. Auch die derzeit laufende Einführung der elektronischen Akte (eAkte) digitalisiert die Abläufe nachhaltig und führt bspw. zu einer beschleunigten Bearbeitung, jederzeitigen Einsichtsfähigkeit in die Vorgänge durch alle Beteiligten oder zu qualitativ besseren Beratungsmöglichkeiten für Betroffene. Überkommene papierbezogene Arbeitsmethoden wie Karteikartenführung, Registrierung des Aktenverlaufs oder die Führung gesonderter Statistiken entfallen. Geänderte gesellschaftliche Vielfalt, sowohl intern als auch extern, macht neue Kompetenzen zu Kommunikation und Kooperation erforderlich. Auch werden erhöhte Anforderungen an eine Service-Orientierung und im Umgang mit „schwierigen Kunden“ gestellt.
In der Konsequenz ergibt sich aus Sicht des Projektverantwortlichen des BIBB, aber auch von Befragten und Beteiligten im Beirat, Folgendes:
• Eine Neuordnung des Berufsbildes wird empfohlen.
• Es gilt insbesondere, die Fachkompetenzen zu stärken und an die neuen digitalen Arbeitsprozesse anzupassen. Notwendig erscheint, Hintergrundwissen zur eingesetzten Informationstechnik, zu Datenbanken, zum Datenschutz und zur Informationssicherheit sowie zu geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen sicherzustellen.
• Gleichzeitig sind veraltete analoge Arbeitsmethoden im Hinblick auf neue digitale Optionen zu erweitern, z. B. hinsichtlich der Statistikerstellung oder der Nutzung von Justizplattformen.
• Sozial- und Selbstkompetenzen sind insbesondere zu den Themen Dienstleistungsorientierung, gesellschaftliche Vielfalt, Resilienz und Konfliktbewältigung, anzureichern.
Die verantwortlichen Sozialparteien sind nun gefordert, sich hinsichtlich einer Neuordnung des zwanzig Jahre alten Berufsbildes zu positionieren. Das bietet die Chance, Berufsausbildung und Karriereschnittstellen attraktiver zu gestalten, um der Justiz zukünftig Fachkräfte zu sichern." (BIBB-Autorenreferat)
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