"Wir brauchen einen Kulturwandel bei der Anrechnung von Fähigkeiten" : Martin Netzer im Interview
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Abstract
"In den nächsten Jahren wird mit dem Europäischen (EQR) und den Nationalen Qualifikationsrahmen (NQRs) ein umfassendes Klassifikationssystem für Qualifikationen vorliegen. Von der daheim gelernten Muttersprache über das selbst beigebrachte Garteln bis zum Universitätsabschluss sollen so Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen für den Arbeitsmarkt beurteilbar gemacht werden. Menschen können ihre Qualifikationen einem Acht-Stufen-System zuordnen lassen und haben damit etwas Nachweisbares in der Hand, auch wenn sie keine formale Ausbildung abgeschlossen haben. Denn für den Erwerb der Qualifikationen zählen neben Schulen und Hochschulen auch der nicht-formale Sektor, also zum Beispiel die Erwachsenenbildung, und der informelle Bereich. Im Mittelpunkt der Zertifizierung steht dabei das Lernergebnis - was Menschen können - und nicht der Lerninhalt, also zu welchem Thema jemand einen Kurs besucht hat. Die Teilnahme am Nationalen Qualifikationsrahmen erfolgt für Erwachsenenbildungseinrichtungen freiwillig. Einrichtungen, die ihre Kurse in den Qualifikationsrahmen einordnen wollen, müssen auf diese Lernergebnisorientierung umstellen. Welche Vorteile dies hat, wo die Schwierigkeiten liegen und welches Potenzial im Nationalen Qualifikationsrahmen steckt, erklärt Martin Netzer, stellvertretender Sektionsleiter des Unterrichtsministeriums, im Interview." (Autorenreferat, BIBB-Doku)