Wirtschaftsberufliche Erziehung angesichts des real expandierenden Kapitalismus : ein Beitrag zur Funktionsbestimmung zeitgemäßer Berufs- und Wirtschaftspädagogik, provoziert durch ein aufregendes Buch

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"Wirtschaftsberufliche Erziehung hat nach dem überlieferten Selbstverständnis deutscher Berufs- und Wirtschaftspädagogen eine Doppelfunktion. Zum einen soll sie zu qualifiziertem und verantwortungsbewusstem Handeln in kaufmännischen Berufen ertüchtigen und motivieren. Hierzu muss sie die Entfaltung von Kompetenzen und Orientierungen fördern, die zur Bewältigung der fachlichen und normativen Erfordernisse jener sozialen Rollen nötig sind. Zum anderen sollen die derart Auszubildenden und zu Erziehenden in der Auseinandersetzung mit dieser Aufgabe ihre besonderen, je individuellen Fähigkeiten und Interessen erkennen sowie lernend und handelnd realisieren und sich so zu einzigartigen, relativ autonomen Personen entwickeln können. Gegenwärtig sind im Kontext kaufmännischen Handelns vor allem drei pädagogisch bedeutsame Schwerpunktverschiebungen zu beobachten: vom Nationalstaat zum Weltmarkt (= Globalisierung) und - damit zusammenhängend - von der begrenzten Kooperation zur schrankenlosen Konkurrenz und von der institutionellen zur individuellen Regulierung und Kontrolle der Geschäftsvorgänge. Diesen Veränderungen korrespondiert der wachsende Einfluss jener Anteilseigner internationaler Kapitalgesellschaften, deren wirtschaftliche Entscheidungen durch das Streben nach raschen Rekordgewinnen bestimmt sind (= Shareholder Value). Unsere volkswirtschaftliche Erziehung hingegen ist noch überwiegend auf die angedeutete Ausgangssituation fixiert (nationalstaatlicher Rahmen, eher kooperative als antagonistische Beziehungen zu möglichen Konkurrenten, institutionelles Reglement). Von ihrem wünschenswerten Wandel handelt das Buch von ZABECK: Berufserziehung im Zeichen der Globalisierung und des Shareholder Value. Paderborn: Eusl 2004, das den Autor zu diesem Artikel animiert hat." Nach einem wissenschaftlichen Steckbrief des Autors Jürgen ZABECK werden die aktuellen Veränderungen der Handlungs- und Lernchancen angehender kaufmännischer Angestellter genauer gekennzeichnet und potenzielle pädagogische Reaktionen diskutiert. Dabei steht zunächst die Sichtweise und Argumentationsstruktur ZABECKS im Vordergrund, wonach sich die formale und fachliche Kompetenz der Berufs- und Wirtschaftspädagogen auf die individuelle Förderung beschränkt. Anschließend verdeutlicht der Autor sein eigenes Problemverständnis und Lösungskonzept, nach denen die Wirtschafts- und Berufspädagogik ihre Aufgaben nur erfüllen kann, wenn sie zudem als wissenschaftliche Erhellung und handelnder Mitvollzug einer politisch zu gestaltenden gesellschaftlichen Praxis betrachtet und betrieben wird." (Autorenreferat)

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