Der Einfluss der Bildung auf die privaten Zukunftsentwürfe junger Migranten
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128961
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Abstract
Welche privaten Lebensentwürfe haben Frauen und Männer aus Migrantenfamilien in Deutschland entwickelt? Wirkt sich eine längere Schulbildung in Deutschland bis zum Abitur auf ihre Zukunftsentwürfe aus? Wo liegen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu den Gleichaltrigen mit geringerer Bildungserfahrung? In welcher Hinsicht unterscheiden sich junge Erwachsene von den deutschen Gleichaltrigen? Um diese Fragen zu erhellen, wurden junge Erwachsene im Alter zwischen 20 und 30 Jahren mit italienischem, türkischem, koreanischem und deutschem familiären Hintergrund nach ihren Vorstellungen von Partnerschaft, Ehe und Familie befragt. In dem Beitrag werden die Familienvorstellungen der jungen Erwachsenen ohne und mit Abitur und von Männern und Frauen vergleichend dargestellt. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die privaten Lebensentwürfe nicht nur von der ethnischen Zugehörigkeit und der Definition der Geschlechterrolle, sondern entscheidend auch von der Bildungsbiographie beeinflusst werden. Die Wahrscheinlichkeit eines interkulturellen Konflikts wird mit zunehmender Bildung geringer, da die Verständigigung über zentrale Aspekte der persönlichen Lebensgestaltung erleichtert wird. Junge Erwachsene mit einer Schulausbildung bis zum Abitur scheinen eher in der Lage zu sein, unabhängig von den traditionellen Vorstellungen ihrer Eltern ihre individuellen Lebensentwürfe zu entwickeln. (BIBB2)