Berufliche Chancengleichheit durch Befähigung zum Wissensmanagement?
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Abstract
Die bildungspolitische Forderung, Chancengleichheit während der Schulkarriere zu kompensieren, wird auf den Erwerbsverlauf übertragen. Veränderungen im Berufsbild und der Zwang, bei Arbeitslosigkeit Erwerbsintervalle überbrücken zu müssen, erzeugen analogen Kompensationsbedarf. Anstelle der überreichlich thematisierten Notwendigkeit, lebenslang zu lernen, werden die individuellen und die sozialen Bedingungen solcher Optionen im Interesse beruflicher Chancengleichheit definiert. Chancengleichheit individuell zu sichern, so die These, hängt von der Befähigung zum Wissensmanagement ab. Zur Verbesserung der sozialen Bedingungen beruflicher Chancengleichheit wird vorgeschlagen, eine Ausbildungsdatenbank zu entwickeln, in der aktuelles Berufsfeldwissen systematisch dokumentiert und damit selbstgesteuerten Lernprozessen zugänglich gemacht werden kann. Eine Ausbildungsdatenbank über alle Berufe hätte zudem einen hohen instrumentellen Wert für Lehre und Forschung. Der Zugriff auf berufsrelevante Wissensdomänen ermöglichte es den Nutzern, sich in Schlüsselqualifikationen einzuüben, und auch berufsstruktureller Wandel könnte mit Hilfe von Wissensmanagement und selbstorganisierter Datenbanknutzung bezwingbar und transnational wettbewerbsförderlich sein. (BIBB2)