Paradoxie der Bildungsexpansion : die doppelte Benachteiligung von Hauptschülern

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Die soziologische Diskussion beschäftigt sich vor allem mit dem Abbau sozialer Ungleichheit beim Erwerb höherer Bildung (Abitur bzw. Hochschulabschluss); weit weniger wird reflektiert, welche Konsequenzen die Bildungsexpansion für die Hauptschule hatte. Der Beitrag untersucht empirisch, inwiefern hier ein "creaming-out" stattgefunden hat, ob sich an den Hauptschulen eine Homogenisierung der Schülerpopulation aufzeigen lässt und sich die schulischen Sozialisationsbedingungen verändert haben. Die Analysen basieren auf den Lebensverlaufsdaten des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Sie zeigen u.a., dass vermehrt Kinder aus geringer qualifizierten Elternhäusern und gestressten Familienverhältnissen auf der Hauptschule zurückgeblieben sind. Bezogen auf den Schulkontext bedeutet dies, dass die Hauptschule weniger als früher ein Feld antizipatorischer Sozialisation darstellt und sich insgesamt die Bedingungen des Schulerfolgs von Hauptschülern verschlechtert haben. Bildungspolitisch bedeutet die soziale Entmischung der Hauptschule, dass staatlich finanzierte Programme zur Verbesserung der Startchancen in die Arbeitswelt für diese Jugendlichen zu spät einsetzen. Eine "wiederkehrende" soziale Durchmischung des Schulalltags könnte zur Lösung beitragen. (BIBB2)

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