Qualifizierung und Disziplinierung, Förderung und Selektion
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Abstract
"Wie sind soziale Milieus berufspraktischen Lernens in Ausbildung und Arbeit umfassend, konsistent und zudem verhältnismässig konzise zu klassifizieren, so dass ihr Sozialisationspotential relativ umstandslos in verschiedenen Hinsichten vergleichend eingeschätzt, bei Bedarf auch ziemlich effizient verändert werden kann? Der Titel dieses Beitrags benennt Dimensionen, innerhalb deren Ausbildungs- und Arbeitsformen nach Rationalitätsstufen unterschieden werden können, die für die Beurteilung und Verbesserung von Lernchancen bedeutsam erscheinen. Die einzelnen Dimensionen und ihre Varianten, die weitgehend auch als Etappen von Entwicklungssequenzen aufzufassen sind, sowie ihre Korrespondenzen werden zuerst theoretisch expliziert, dann empirisch illustriert und am Ende unter mehreren Gesichtspunkten weiter erörtert." (Autorenreferat, IAB-Doku) Den Verfasser beschäftigte die Frage, wie soziale Milieus berufspraktischen Lernens in Ausbildung und Arbeit zu klassifizieren sind, damit ihr Sozialisationspotential in verschiedener Hinsicht vergleichbar ist und bei Bedarf auch verändert werden kann. Dazu stellt er die einzelnen Kategorien theoretisch sowie am Beispiel von berufs- und betriebsspezifischen Untersuchungsergebnissen konkretisiert vor. Nach diesen Kategorien lassen sich die Ausbildungs- und Arbeitsformen nach Rationalitätsstufen unterscheiden, die für die Beurteilung und Verbesserung von Lernchancen wichtig erscheinen. Die einzelnen Dimensionen und ihre Varianten, die weitgehend auch als Entwicklungsetappen aufzufassen sind, werden unter Verwendung vorhandener Bausteine zu einem Kategorienschema zusammengefasst. So werden z.B. die drei Dimensionen "Qualifizierung" als Vermittlung fachlicher Kompetenzen auf kasuistische und systematische Weise mit "Disziplinierung" als Vermittlung normativer Orientierungen, unterschieden nach dem Grad ihrer Rationalität, sowie "Förderung versus Selektion" miteinander in Beziehung gesetzt. Anhand der beiden Berufe Koch und Chemielaborant werden die dominanten Dimensionen sowie die Wechselbeziehungen der untersuchten Kategorien herausgearbeitet. (BIBB)