Gibt es Unterschiede zwischen Schülerinnen in Mädchenschulen und koedukativen Schulen? : ein Beitrag zur Koedukationsdebatte
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103190
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Abstract
"In jüngster Zeit wird häufig behauptet, dass die zur Regel gewordene koedukative Schulerziehung abträgliche Effekte auf die Entwicklung von Mädchen hat. Insbesondere in Mathematik, Naturwissenschaften und Technik bestehen so grosse Geschlechtsunterschiede, dass der Eindruck entsteht, Koeduktion trage zu diesen Unterschieden mit bei, statt ihnen entgegenzuwirken. In einer schultypvergleichenden Studie wurden deshalb die Schülerinnen und Schüler der 12. Jahrgangsstufe von vier Privatschulen in Hessen (zwei Mädchenschulen, zwei koedukative Schulen) hinsicchtlich einer Reihe einschlägiger Variablen untersucht. Die Schülerinnen reiner Mädchenschulen zeigten tatsächlich im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich (aber nicht nur in diesem) stärkere Interessen, wählten mehr entsprechende Leistungskurse und schätzten ihre diesbezügliche Begabung höher ein. Keine 'Mädchenschuleffekte' konnten dagegen in den Physikkenntnissen, den bevorzugten Erklärungen für Erfolg und Misserfolg und der Geschlechtstypik der Studienwünsche nachgewiesen werden. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund möglicher praktischer Konsequenzen diskutiert." (Autorenreferat)