Das Kapital der Bildung : Reproduktionstheoretische Perspektiven auf das Bildungssystem
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Abstract
"Mit der Entwicklung [der Abwertung von Abschlüssen und damit dem Wertverlust kulturellen Kapitals im Zuge der Bildungsexpansion, die Bourdieu bereits in den 1970er Jahren beschrieben hat, als er von der Inflation der Bildungstitel sprach, ist] mit einer veränderten Reproduktion
sozialer Ungleichheit verknüpft. Denn diese hängt immer weniger vom klassischen kulturellen
Kapital, also einem Bildungstitel an sich ab […], sondern ist zunehmend mit neuen symbolisch bedingten Differenzen und Ausschlüssen verbunden wie etwa die Exklusivität des Wohnortes und der Bildungsinstitution, an welcher der Titel erworben wurde. An dieser Stelle kommt also die neue symbolische Dimension des Bildungskapitals ins Spiel, die mit dem erweiterten Kapitalkonzept von Bourdieu erfasst werden kann, was im Folgenden gezeigt werden soll. Ein weiteres Ziel des vorliegenden Beitrags ist es, die reproduktionstheoretischen Perspektiven auf Bildung und soziale Ungleichheit wieder stärker in den Vordergrund zu rücken, die in den 1970er Jahren im Rahmen der Diskussionen um die politische Ökonomie der Bildung einen Boom hatten, aber in den 1980er Jahren kaum mehr Thema waren. Insofern beginne ich mit einer historisch-systematischen Rekonstruktion einiger Versatzstücke besagter Diskussionen." (Textauszug ; BIBB-Doku)