Der Trend zu höherwertiger Ausbildung in der Bundesrepublik Deutschland : Chancen und Risiken : Beitrag der Erziehungsökonomie zur Bewertung der Bildungssysteme (1994, Bern)
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Berlin
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Abstract
"In Westdeutschland steigt die Nachfrage nach höherwertigen Bildungsabschlüssen unvermindert an. Gleichzeitig verschlechtern sich die Studienbedingungen an den Hochschulen sowie die Berufsaussichten für Akademiker. Für leistungsschwächere oder risikoaverse Abiturienten erscheint es deshalb rational, zunächst eine berufliche Ausbildung, meist in Form einer Lehre, zu absolvieren. Die Studie untersucht die individuellen und volkswirtschaftlichen Aspekte dieser Strategie mit Daten und sozio- ökonomischen Panels, Jahre 1984-1992. Es zeigt sich, dass überdurchschnittlich oft Kinder bildungsschwächerer Eltern nach dem Abitur eine Lehre beginnen. Zugleich bestätigt sich die Vermutung, dass die Entscheidung für eine Lehre vielfach nicht berufsinhaltlich getroffen wird: Mehr als ein Drittel der Lehrabsolventen mit Abitur befindet sich bereits rund anderthalb Jahre nach dem Lehrabschluss bereits wieder in Ausbildung (meist an der Hochschule). Diese kumulative Strategie zahlt sich indessen finanziell nicht aus: Nach abgeschlossenem Hochschulstudium ergeben sich keine signifikanten Einkommensvorteile gegenüber Hochschulabsolventen ohen 'Umweg-Ausbildung'. Aus volkswirtschaftlicher Sicht wird der starke Zustrom von Abiturienten in das duale System negativ bewertet. Die Autoren plädieren für eine Reform des Hochschulstudiums durch die Vergabe von berufsqualifizierenden Zwischenabschlüssen, um leistungsschwächeren oder risikoaversen Abiturienten eine volkswirtschaftlich effizientere Perspektive ausserhalb des dualen Systems zu bieten." (Autorenreferat, IAB-Doku)