Betriebliche Rekrutierungslogiken und die Frage der Diskriminierung : Fallanalysen zur Auswahl von Auszubildenden in Bäckerhandwerk und Versicherungswesen
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170141
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Abstract
Seit einigen Jahren verschlechtert sich die Lage am bundesdeutschen Ausbildungsmarkt für die Betriebe. Wichtige Treiber dieser Entwicklung sind zwei miteinander verwobene Trends: die Demografie und die Bildungsaspiration junger Menschen. In der Folge verringert und verengt sich das Bewerberspektrum, aus dem Betriebe ihre Auszubildenden auswählen können. Wie Betriebe der sich wandelnden Bewerbersituation begegnen, ist Gegenstand eines seit 2012 am BIBB laufenden Forschungsprojekts. Über eine umfassende Untersuchung der betrieblichen Rekrutierungspraxis in ausgewählten Berufen und Regionen soll ausgelotet werden, ob der demografische Wandel die Zugangschancen von bisher als benachteiligt geltenden Jugendlichen zum dualen System verbessert, und ob sich die Verengung der Nachfrage Jugendlicher nach Ausbildung möglicherweise auf die Ausbildungsbeteiligung von Betrieben auswirkt. Der Beitrag nimmt die Perspektive der Betriebe zum Ausgangspunkt. Anhand von qualitativen Interviews mit Personalverantwortlichen innerhalb des Bäckerhandwerks und der Versicherungsbranche wird untersucht, welche Argumentationen, Mechanismen und praktischen Anforderungen das betriebliche Rekrutierungsverhalten auf der Mikroebene steuern und in welcher Weise diese für Diskriminierungsvorgänge konstitutiv sein könnten.