Die Berufsspezifität von Ausbildungsberufen in Deutschland : eine Analyse auf Basis von Ausbildungscurricula

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Bonn

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"Das Konzept der Berufsspezifität bezeichnet im Kontext von Ausbildungsberufen den Anteil an Ausbildungsinhalten, der für einen bestimmten Beruf typisch ist. Die Berufsspezifität ist ein zentrales Konzept in der Berufsbildungsforschung, das vielfach untersucht, jedoch unterschiedlich konzeptualisiert und operationalisiert wurde. Während bisherige Studien oftmals die Berufsspezifität der Erwerbsberufe analysiert haben, wurde die Spezifität der Ausbildungsberufe in Deutschland noch nicht umfassend untersucht. Insbesondere wurde die Spezifität dabei noch nicht auf Grundlage der curricularen Inhalte operationalisiert und beschrieben. Des Weiteren wurden neben den dualen Ausbildungsberufen, geordnet nach dem Berufsbildungsgesetz und der Handwerksordnung (BBiG/HwO), selten die Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialberufe (GES-Berufe) außerhalb von BBiG/HwO mitberücksichtigt. Dieser Beitrag stellt mittels einer neu erschlossen Datengrundlage von Curricula-Daten von Ausbildungsberufen eine Möglichkeit vor, Berufsspezifität direkt anhand detaillierter Lerninhalte zu erfassen. Die Operationalisierung der Berufsspezifität von Ausbildungsberufen erfolgt durch die Analyse der semantischen Ähnlichkeit der Lerninhalte aus den Curricula (mittels einer Latent Semantic Analysis) sowie durch die Gewichtung der zeitlichen Relevanz der Lerninhalte, gemessen an den in den Curricula vorgesehenen Zeitanteilen. Die Ergebnisse zeigen, dass GES-Berufe eine deutlich höhere Spezifität aufweisen als duale Ausbildungsberufe. Zudem weisen bspw. künstlerische Ausbildungsberufe eine höhere Spezifität auf, während kaufmännische Ausbildungsberufe tendenziell eine niedrigere Spezifität aufweisen. Die vorgestellte Methodik eröffnet eine neue, differenzierte Perspektive auf die Berufsspezifität in Ausbildungsberufen und illustriert das Potential quantitativer textdatenanalytischer Analysen der Ausbildungscurricula. Der entwickelte Indikator kann perspektivisch zur Analyse von Arbeitsmarkt- und Beschäftigungsungleichheiten verwendet werden." (BIBB-Autorenreferat)

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