Analphabetismus und Teilhabe : warum erwachsene Analphabeten lesen und schreiben lernen
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179677
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Universitätsverlag Potsdam
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Potsdam
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Abstract
"'Wer lesen kann, ist klar im Vorteil' - dieser Aphorismus erfährt eine große gesellschaftliche Verbereitung. Dabei wird der Erwerb von Schriftsprachkompetenzen gern in die Verantwortung der einzelnen Menschen gegeben. Diese individualisierte Perspektive auf Lern- und Bildungsprozesse kann vor dem Hintergrund von Bildungsbenachteiligung relativiert werden. Nicht jeder Mensch erhält überhaupt die Möglichkeit lesen und schreiben zu lernen. Chancengleichheit ist auch in Deutschland eine Utopie. Funktionaler Analphabetismus ist mit einem bundesweiten Anteil von 14% der erwerbsfähigen Bevölkerung oder 7,5 Millionen Analphabeten in Deutschland nicht nur ein bildungspolitisches und -praktisches, sondern auch ein wissenschaftlich zu untersuchendes Phänomen. Warum Analphabeten im Erwachsenenalter, also nach der Aneignung vielfältigster Bewältigungsstrategien, dennoch beginnen das Lesen und Schreiben (wieder) zu lernen, wird in der vorliegenden Erwachsenenbildungsstudie mittels eines qualitativen Forschungsdesigns herausgearbeitet. Hierbei wurde der direkte Kontakt zu Betroffenen gesucht. Ganze Biografien sind dabei zur Sprache gekommen. Funktionale Analphabeten begründen ihr Lernen und Nicht-Lernen vor dem Hintergrund ihrer sozialen Situation, ihrer erfahrenen Begrenzungen und Möglichkeiten: Schriftsprachlernen erhält erst im Kontext gesellschaftlicher Teilhabe und dessen Reflexion eine Bedeutung. Dabei spielen auch Anerkennungsverfahren eine Rolle. Das Buch richtet sich an Forschende wie auch praktisch Tätige in der Erwachsenenbildung. Anhand der Ergebnisse können Anknüpfungspunkte für die Bildungsforschung, Bildungspraxis und auch Bildungspolitik gezogen werden." (Verlag)