Laufbahnmuster von Krankenschwestern zwischen qualifizierter Berufstätigkeit und Familie
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Abstract
Der Artikel (gekürzte und überarbeitete Fassung zweier Beiträge von J. Baillod und M. Schar in die "Die Pflege. Die wissenschaftliche Zeitschrift für Pflegeberufe", H. 2 und 3, 1992) analysiert berufliche Laufbahnen von Krankenschwestern anhand von Intensivinterviews mit 62 Schweizer Krankenschwestern. Sie waren über ihre Einstellungen zur Berufswahl befragt, zur Abstimmung von Berufs- und Privatleben, zur Arbeitssituation als Krankenschwester allgemein, zum beruflichen Selbstverständnis, zu Laufbahnfragen und zu sozialen Beziehungen bei ihrer Arbeit. "Die Resultate der Studie bestätigen die Ansicht, wonach wir heute im Zusammenhang mit weiblichen Berufskarrieren nicht mehr von einer an männlichem Verhalten orientierten kontinuierlichen Normalbiographie ausgehen können. Vielmehr erweist sich für das Verständnis weiblicher Berufslaufbahnen die Vorstellung als zentral, dass eine Heterogenität von Mustern und Entwicklungen 'normal' und eine Homogenität aussergewöhnlich ist. Die Muster beruflicher Biographien und die Abstimmungsprozesse zwischen den Lebensbereichen Arbeit und Familie bei Krankenschwestern sind wesentlich vielfältiger als bislang angenommen. Weder ausschliesslich berufszentrierte noch ausschliesslich familienzentrierte Laufbahnen sind für diesen qulifizierten Frauenberuf typisch. Vielmehr versucht eine Mehrheit der Frauen, den Anforderungen beider Lebensbereiche gerecht zu werden, indem sie als 'Dreiphasenfrauen' nach einem familienbedingten Unterbruch den Berufsstrang wieder aufnehmen, als 'Wechslerinnen' zwischen den beiden Bereichen hin- und her pendeln oder als 'Doppelarbeiterinnen' parallel beide Lebensbereiche fortführen." (IAB2)