Kompetenzerwerb auf der Schulstation : eine Mixed-Methods-Replikationsstudie

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Abstract

„Schulstationen werden bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten in der Ausbildung von Pflegefachkräften zur Kompensation bekannter Defizite regulärer Praxiseinsätze eingesetzt. Gleichzeitig ist über die unterstellten Potenziale für die Entwicklung beruflicher Handlungskompetenz dieses speziellen Lehr-Lernarrangements bisher nur wenig bekannt. Der vorliegende Beitrag trägt zur Schließung dieser Forschungslücke bei. Hierzu wurden zwei konsekutive Durchführungsjahrgänge einer Schulstation mittels eines Mixed-Methods-Replikationsdesigns evaluiert. Dazu wurden in den Jahren 2017und 2018 jeweils 18 Auszubildende vor und nach einer Schulstation mit standardisierten Fragebögen zu ihrem subjektiven Kompetenzerleben befragt. Die Veränderung des Kompetenzerlebens durch die Schulstation wurde mittels zweiseitiger Wilcoxon-Rangsummentests analysiert. Darüber hinaus wurden 2017 mit insgesamt 12 Auszubildenden und 2018 mit 13 Auszubildenden sowie 3 an der Schulstation beteiligten Pflegefachkräften und 3 Ärzt*innen Interviews geführt. Dieses qualitative Datenmaterial wurde inhaltsanalytisch ausgewertet. Sowohl in den quantitativen als auch in den qualitativen Daten finden sich Hinweise, dass die Schulstation für die Auszubildenden eine lernwirksame Intervention darstellte. Das subjektive Kompetenzerlebend er Auszubildenden stieg über den Verlauf der Schulstation hinweg an (mittlere bis hohe Effekte). Aus den Interviews lässt sich ableiten, dass der wahrgenommene Kompetenzerwerb auf die Möglichkeiten zur Übernahme der ganzen Bandbreite pflegerischer Tätigkeiten und der sozialen Interaktion mit anderen Berufsgruppen sowie die pädagogische Ausgestaltung der Schulstation zurückzuführen ist. Die Befunde legen nahe, dass Schulstationen aufgrund ihrer speziellen Arbeitsplatzmerkmale sowie ihrer pädagogischen Einbettung im Vergleich zu regulären Praxiseinsätzen mehr Potenzial zum Kompetenzerwerb innewohnt. Offen bleibt, ob der selbsteingeschätzte Kompetenzzuwachs der Auszubildenden tatsächlich auf berufliche Kompetenzentwicklung oder eher auf Zunahme von Selbstwirksamkeitsüberzeugungen zurückzuführen sind.“ (Autorenreferat; BIBB-Doku)

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