Zeit der Gärung und Zersetzung : Arbeiterjugend im Kaiserreich zwischen Schule und Beruf. Zur berufspädagogischen Analyse einer Epoche im Umbruch
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108317
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Deutscher Studien Verl.
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Weinheim
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Abstract
"Die historische Berufsbildungsforschung hat sich bisher auf die Lehrlingsfrage konzentriert und nicht bedacht, dass damit nur ein Teil der Arbeiterjugend in den Blick gerückt wurde. Sie übersah die Stilisierung des Lehrlings zu einer auch politisch gewollten Gegenfigur des jugendlichen Arbeiters. Die seit den 1870er Jahren diskutierte Ausbildungsreform zielte nämlich nicht nur auf eine Verbesserung der beruflichen Qualifizierung, sondern gewann auch ein immer stärkeres jugendpolitisches Gewicht und sollte mit dafür sorgen, dass sich die Jugendlichen 'unter einer ganz festen Disziplin ganz und gar unfertig' erfuhren, 'unter Autoritäten, denen gegenüber sie sich schlechterdings nichts erlauben' durften, sei das nun der Lehrmeister oder der Lehrer in der Schule. Nur dies schien der befürchteten 'Verwahrlosung' und 'gegenseitigen Emanzipation' Einhalt zu gebieten. Die Studie analysiert vor dem Hintergrund des Herrschaftsgefüges im Kaiserreich die in diesem Zusammenhang geführten Diskurse. Sie erweist die Berufsbildungsdebatte des Kaiserreichs als Spiegel jener Argumentationsmuster, die einerseits die Repuerelisierung des Arbeiterjugendlichen stützten und andererseits bis in bildungspolitisch zu verstehende bildungstheoretische Erwägungen hinein die Restabilisierung der sozialen Ordnung zu befördern suchten." (Autorenreferat, IAB-Doku)