Zur Einführung von Praxissemestern: Bestandsaufnahme, Zielsetzungen und Rahmenbedingungen
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Abstract
"Seit einigen Jahren wird im Zusammenhang mit schulischen Praxisphasen die Einführung von Praxissemestern diskutiert, u.a. geleitet von bildungspolitischen Thesen, hierdurch möglichst frühzeitig die Eignung zum Lehrerberuf feststellen zu können und besser auf die Anforderungen der beruflichen Praxis von Lehrkräften vorzubereiten. Darüber hinaus geht mit Praxissemestern auch die bildungspolitische Intention einher, den Vorbereitungsdienst entsprechend zu verkürzen. Die Debatte zur Einrichtung von Praxissemestern ist nicht neu, sondern wurde bereits ab Mitte der 1990er Jahre geführt. Sie steht im Zusammenhang mit der generellen Forderung nach einer Intensivierung von Praxisbezug im Studium als vermeintliches Allheilmittel einer besseren Lehrerbildung. Der Ruf nach mehr Praxis ist zeitüberdauernd und bezeichnet nach Terhart (2000, 107) einen "argumentativen Dauerbrenner seit Einrichtung einer organisierten Lehrerbildung". Im folgenden Beitrag erfolgt zunächst eine kategoriengeleitete, vergleichende Bestandsaufnahme zur Einführung von Praxissemestern in den Bundesländern, die zu Beginn des letzten Jahres anlässlich einer in Auftrag gegebenen Expertise (Weyland/Wittmann 2010) erstellt wurde. Hieran schließen sich professionstheoretische Überlegungen an, die die Frage nach Anspruch und Erreichbarkeit der Entwicklung von pädagogischer Professionalität durch Praxissemester zum Inhalt haben. Anschließend werden ökonomische Überlegungen zu den Rahmenbedingungen von Praxissemestern angestellt. Auf die empirische Befundlage wird hierbei rekurriert. Der Beitrag schließt mit kritischen Anfragen an die Einrichtung von Praxissemestern und der Formulierung von Forschungsperspektiven." (Textauszug; BIBB-Doku)