Erziehung, Bildung und Ausbildung in der Berufspädagogik Heinrich Abels - Verständnis, Rezeption und Folgen
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Abstract
Der Beitrag beleuchtet Abels Verständnis von Berufspädagogik, Erziehungswissenschaft, Berufbildungstheorie unter besonderer Berücksichtigung der Termini Erziehung, Bildung und Ausbildung vor dem Hintergrund des damaligen disziplinären Zeitgeistes und nimmt eine Einschätzung seines Beitrages für die heutige Berufs- und Wirtschaftspädagogik vor. Ausgehend vom berufs- und wirtschaftspädagogischen Denken der Nachkriegszeit plädiert Abel mit Hinweis auf die industrielle Arbeitswelt für eine nüchterne und realitätsnahe wissenschaftliche Berufs- und Wirtschaftspädagogik. "Die Autorin greift einen nahezu in Vergessenheit geratenen Diskurs auf. Mit der Frage nach der Relevanz historischer Berufsbildungsforschung resp. der Historischen Berufspädagogik wird sowohl indirekt an einen in den 1980er und 1990er Jahren sehr lebendigen und ertragreichen Forschungszweig der Disziplin erinnert als auch das Werk Heinrich Abels ins Gedächtnis gerufen. Neben dem berufs- und wirtschaftspädagogischen Diskurs der Nachkriegszeit, der eng mit der bildungspolitischen Reformperiode und der Debatte um das 1968 verabschiedete Berufsbildungsgesetz verbunden ist, wird der zentrale Begriff des Abel'schen Denkens zur Diskussion gestellt und in die Theoriebildung der Berufs- und Wirtschaftspädagogik eingebettet. Heinrich Abel wird von Karin Büchter als Initiator und Reformer präsentiert, der der zeitgenössischen, "normativen" Berufs- und Wirtschaftspädagogik kritisch gegenübersteht und der Soziologie den Vorrang vor der Bildungspphilosophie einräumt. Abels strukturanalytischer Forschungsanasatz, der einerseits auf einer historischen Rückversicherung, andererseits auf einer soziologischen Gegenwartsanalyse von vornehmlich industrieller (Erwerbs-)Arbeit und Erziehung beruhte, fand in der wissenschaftlichen Gemeinde sowohl Anerkennung als auch harrsche Kritik. Der in der Abel-Blankertz-Kontroverse aufscheinende Widerspruch entzündete sich primär an Abels systematischer Ausblendung normativer, d. h. bildungstheoretischer Argumente, weniger an seinem soziologischen Ansatz resp. der Erforschung ‚pädagogischer Tatbestände'. Mit der von Büchter vorgelegten Analyse der Begriffe Erziehung, Bildung und Ausbildung werden Abels theoretisch-konzeptioneller Zugriff, seine Forschungsschwerpunkte, aber auch seine theoretischen und systematischen Leerstellen deutlich. Eine Konzentration auf den Lernort Betrieb - Erziehung und Ausbildung erweisen sich insofern als Leitbegriffe Abel'scher Argumentation - zeichnet sich damit neben berufssoziologischen Fragestellungen und dem Wandel von Arbeitsmärkten in der vorgelegten Analyse ab. Abel erweist sich demnach insofern als Reformer, als er den Lernort Betrieb institutionell und konzeptionell aufwertet und die Dynamik der Berufe fest im Blick hat." (Hrsg., BIBB-Doku)