Dieses imposante, alte Haus : Gespräch mit Dieter Euler
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Abstract
Das Berufsbildungssystem ist mit den konjunkturellen und strukturellen Veränderungen im Arbeitsmarkt unter Anpassungsdruck geraten. Dieter Euler, Leiter des Institutes für Wirtschaftspädagogik IWP an der Hochschule St. Gallen, wünscht sich auf der ordnungspolitischen Ebene Beiträge zur Verzahnung von beruflicher Grund- und Weiterbildung und zum Verhältnis von Berufen und Berufsfeldern. Aus organisatorischer Sicht sieht er die Kooperation der Lernorte und die Frage der Teilautonomie der Schulen und aus didaktischer Sicht die Implementierung von überfachlichen Handlungskompetenzen in die berufliche Grundbildung als aktuelle Themen der Diskussion. Er ist überzeugt, dass das duale Berufsbildungssystem, dieses "imposante, alte Haus", noch gut bewohnbar ist, aber Reformen nötig habe. Die Berufsbildung sei zu differenzieren, zu flexibilisieren und zu pluralisieren, zum Beispiel mit der Einrichtung von doppelqualifizierenden Bildungsgängen, schuldominierten Ausbildungen oder modularisierten Angeboten auch in der Grundbildung. Euler mahnt an, in der Berufsbildung auf eine Balance zwischen der Nutzen- und der Persönlichkeitsorientierung zu achten. Der Shareholder Value gefährde die Funktionsweise des Berufsbildungssystems, hier müsse die Politik das Weisungsprimat wahren. (BIBB2)