"Wir müssen transportieren, dass die Branche auch sexy ist!" : Zur Rekrutierungspraxis deutscher Hotels und Gaststätten im Angesicht des Fachkräftemangels
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184921
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Abstract
"Die deutsche Hotel- und Gaststätten-Branche ist auf Wachstumskurs, dies zieht eine steigende Nachfrage nach Fachkräften mit sich. Für die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte spielt die Nachwuchssicherung über die Berufsausbildung in den dualen Berufen des Gastgewerbes traditionell eine zentrale Rolle. Allerdings hat sich der Ausbildungsmarkt in Deutschland in den letzten Jahren so drastisch verändert, dass dieser Weg der Fachkräftesicherung zunehmend an seine Grenzen stößt. Die Ausbildungszahlen in gastgewerblichen Berufen sind stark rückläufig und gut die Hälfte der Verträge werden vorzeitig gelöst. Besonders betroffen von der mangelnden Nachfrage ist der Ausbildungsberuf Restaurantfachmann/frau, der im allgemeinen Sprachgebrauch überwiegend noch als Kellner/in bekannt ist. Wie Betriebe der sich wandelnden Bewerbersituation begegnen, wurde am Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Rahmen eines von 2012 bis 2016 laufdenden Forschungsprojekts untersucht. Es wurde detailliert erhoben, wie Personalverantwortliche vorgehen, um Ausbildungsplatzbewerber/innen zu gewinnen und Ausbildungsplätze zu besetzen. Dieser Beitrag thematisiert einen Aspekt, der in der Analyse der Daten bislang nur randständig behandelt werden konnte, nämlich die subjektive Sicht der Befragten auf die Rekrutierungsproblematik der eigenen Branche und deren Bewältigung im Narrativ. Was bedeutet es, junge Menschen für einen Beruf zu gewinnen, der in den Augen der Öffentlichkeit nur ein geringes Prestige besitzt? Wie begründen Personalverantwortliche von Gastronomiebetrieben, dass es sich dennoch lohnt, eine berufliche Ausbildung im Restaurantfach aufzunehmen? Das für diese Fragestellungen primär herangezogene qualitative Datenmaterial umfasst die Transkripte von problemzentrierten Interviews mit Personalverantwortlichen aus insgesamt elf kleinen und mittleren Restaurantbetrieben." (Autorenreferat, BIBB-Doku)